2015 kam ich aus Eritrea in die Schweiz, zwei Jahre später bekam ich einen negativen Asylentscheid und zog für eine kurze Zeit in ein anderes europäisches Land.

Am Anfang von Corona kam ich wieder zurück – nach Zürich. Nach meiner Ankunft kam ich direkt ins Gefängnis, wo ich drei Monate war. 

Ich hatte sehr grosse Angst vor Corona. Im Abschiebegefängnis gab es keinen Abstand, sechs Personen lebten in einem Zimmer. Wir konnten keinen Abstand einhalten. 

Dreissig Personen arbeiteten im Gefängnis in einem Raum während Corona. Diese Situation war sehr schwierig. Alle Leute hatten Angst.

Nach drei Monaten kam ich raus in die Stadt – in eine WG, gemeinsam mit sechs Personen. Auch da konnten wir keinen Abstand halten. Die Dusche, die Küche, alles benutzten wir gemeinsam. Wir hatten Angst, dass uns niemand hilft bei Corona. 

Danach kam ich noch einmal für sechs Monate ins Abschiebegefängnis. Früher dachte ich, das Gefängnis ist für Schuldige und Kriminelle. Für mich blieb es ein Geheimnis, warum ich im Gefängnis war. Ich hatte keinen Anwalt, es kam nur ein Brief, dass ich ins Gefängnis muss. Für mich ging das gegen das Recht. 

Viele Kollegen hatten Asyl bekommen. Ich habe nicht verstanden, warum ich einen negativen Entscheid bekomme, aber ich akzeptiere es. 

Das ist nicht gut. Jetzt habe ich einen Anwalt, ich hoffe, dass ich nicht mehr Strafen bekomme und nicht mehr ins Gefängnis muss. Das Gefängnis sollte nur für schuldige Menschen sein. 

Seit 10 Jahren habe ich meine Frau und meine Kinder nicht mehr gesehen. Ich vermisse meine Familie. Das Leben ohne Arbeit, ohne Schule, ist hart. 

Aber Schweizer Menschen sind sehr, sehr nett. Mit der Polizei habe ich keine Probleme. Ich möchte einfach meine Menschenrechte leben. Menschen sind Menschen.