Ich bin Kurdin und hatte ganz viele Probleme in der Region in der Türkei, wo ich herkomme, nur weil ich Kurdin und eine Frau bin. In der Region, wo ich herkomme, sind die religiösen Fanatiker an der Macht und unterdrücken Frauen. Die Islamisten verlangen, dass sie sich verschleiern. Das wollte und will ich nicht. Und deshalb bin ich in die Schweiz gekommen, voller Hoffnung und voller Verzweiflung. Ich dachte, hier in der Schweiz sind Frauenrechte wichtig und zählen was. Ich hoffte so sehnlich und mit meinem ganzen Körper, dass ich hier Asyl und eine Chance bekommen würde. Ich kam mit meinem Mann und wir haben auf der Flucht viel Schreckliches erlebt…. Ich kann es nicht erzählen.
Ich bin seit 2 Jahren in der Schweiz und mir geht es gar nicht gut und mir geht es mit jedem Tag schlechter… und ich wollte mich schon öfter umbringen. Ich habe von vielen Seiten, auch den Schweizer Behörden, ganz viel psychischen Druck erlebt, um die Schweiz zu verlassen. Kurz vor der Geburt meines Kindes bekam ich die Ablehnung meines Asylantrags. Ich war am Boden zerstört, war so verzweifelt und voller Angst. Ich konnte nicht schlafen, konnte nicht essen. Ich wusste, ich muss hier sofort weg und bin erneut geflohen – in ein anderes Land. Dort ist dann auch mein Baby zur Welt gekommen. Mein Mann ist dann verschwunden. Und ich weiss nicht, wo er ist oder wie es ihm geht.
Ich kann nirgendwo hin, ich habe kein Geld und keinen Kontakt zu meiner Familie. Meine Familie redet nicht mehr mit mir. Ich weiss nicht wohin. Mein Baby ist krank, schwer krank und mein anderes Kind hat grosse psychische Probleme. Ich habe auch sehr grosse psychische Probleme und ich will nicht mehr leben. Ich kann nicht zurück in meine Heimat, weil ich dann ermordet oder gefoltert werde. Die Islamisten haben alles unter Kontrolle, vor allem auch die Frauen. Niemand hilft mir. Ich weiss nicht, was ich tun soll.
Ich kann nicht in meine Heimat zurückkehren. Ich bringe mich eher um, als dass ich zurück gehe. Niemand hilft mir. Hier ist es dreckig und das Haus voller Ratten. Ich befinde mich mit meinen Kindern in einer so hoffnungslosen Situation und ich weiss so gar nicht weiter. Was kann ich tun?
