Ich bin mit meiner Frau und zwei Kindern aus Afghanistan geflohen. Wir sind seit 2 Jahren in der Schweiz. Wir sind insgesamt durch zehn Länder zu Fuss marschiert, wir haben auch ein Jahr in Griechenland auf der Insel Moria in einem Zelt gelebt bzw. versucht zu überleben. Wir hatten sehr oft wenig zu essen und zu trinken.. … aber wir haben überlebt.
Wir hatten keine Dokumente. Es war nur klar, wir konnten in Moria nicht länger bleiben. Also haben wir uns auf den Weg nach Albanien und dann Montenegro gemacht. In Kroatien wurden Fingerabdrücke gemacht. Wir wollen aber unbedingt weiter, und nicht in Kroatien bleiben. Inzwischen sind wir zu fünft.
Mein Asylantrag wurde dreimal in der Schweiz abgelehnt. Wir wollen nicht zurück nach Kroatien gehen. Meine Kinder gehen hier zur Schule und sind sehr glücklich hier. Meiner Frau geht es psychisch und physisch gar nicht gut. Sie nimmt jeden Tag verschiedene Schmerztabletten, um durch den Tag zu kommen, so stark sind die Schmerzen. Ich nehme auch Schmerztabletten. Ich habe immer wieder schlimme Träume. Wenn ich Stacheldraht sehe, erinnert mich das an unsere Flucht und ich habe Schmerzen am ganzen Körper.
Jetzt leben wir von der Nothilfe im Kanton Luzern. Als Vater von drei Kindern muss ich jetzt die richtige Entscheidung treffen: was soll ich machen? Sollen wir in der Schweiz bleiben und untertauchen oder soll ich zusammen mit meiner Frau und den Kindern zurück nach Kroatien?
